Lehrlinge mit Zukunft? Gesellschaftsdiagnose und Handlungsanleitung


Hubert Prigl

Die Schule ist ein Dienstleistungsbetrieb, unsere Kundengruppe sind die Schüler.

Hubert Prigl, vormals Landesschulinspektor der Wiener Berufsschulen

Großes Interesse

 

Buchpräsentation, Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion
Montag, 20.09.2010, Arbeiterkammer Wien, Berufsinformationszentrum (AK Wien, BIZ)

Begrüßung:
AK          Dr. Susanne Schöberl
               Bildungs-Expertin der Arbeiterkammer 

Am Podium:
AMS       DSA Gerda Challupner
               Leiterin der Geschäftsstelle Jugendliche Wien

ÖGJ        Florian Zuckerstätter
               Bundesjugendsekretär des ÖGB

 SSR       LSI Hubert Prigl
               Landesschulinspektor für Berufsschulen in Wien

 WKO    Mag. Erich Huber
               Abteilungsleiter Bildungspolitik und Berufsausbildung der Wirtschaftskammer Wien

 Autor   Dipl.-Päd. Ing. Mag.(FH) Günter H. Brus
               Sozialarbeiter & Pädagoge

 

Frau Dr. Schöberl übernimmt die ausführliche Eröffnung.

 

Günter H. Brus, Autor des Buchs “Die Zukunft der Lehrlinge – Wie wir unsere Jugendlichen fördern können”,
stellt  7 jugendliche Protagonisten aus seinem Buch vor und ging auf folgende Aspekte ein:

 

Martin sehnt sich nach Case-Management für jeden Jugendlichen,
– sei es durch Beratungslehrer in der Schule, oder auf höherer Ebene,
– sei es ein eigener Staatssekretär oder ein eigener Minister im Zuständigkeits-Wirrwarr
– allein nur für Jugendliche bzw. Jugendpolitik als Querschnittsmaterie der Österreichischen Regierung.


Sarah sucht nach einer echten Lehrstelle,
– wird über die Ausbildungsgarantie informiert, und
– erhält eine Ausbildungstelle in einer ´Überbetriebliche Ausbildungseinrichtung´ (ÜBA).


Caner lernt von Alexander Schulsozialarbeit,
– an der Schule,
– im Unterricht und
– außerhalb des Unterrichts in der schulischen Freizeit kennen,
– letztere am Beispiel des “Kultur- und Sozialvereins der Wiener Berufsschulen (KUS)”.


Peter und Ingo beschreiben
– Lehrende am Beispiel “Vom Pauker zum Lehrer. Die Lehrer der Zukunft”.


Bill
erzählt abschließend von Umsetzungsmöglichkeiten
– am Beispiel einer privaten Berufsschule in den USA.

 

Die Teilnehmer am Podium diskutierten 3 Fragestellungen:

1.   Herr Hubert Prigl, Landesschulinspektor für die Wiener Berufsschulen,  wird nicht müde,
       folgenden Satz bei jeder Gelegenheit zu wiederholen:
 

“Die Schule ist ein Dienstleistungsbetrieb,
unsere Kundengruppe sind die Schüler.”    


Frage:
“Sehen Sie die derzeitigen Dienstleistungen der Schule als ausreichend an?”

2.   Der „Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich“,
herausgegeben von Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ),

 fordert die Förderung der Dualen Lehrausbildung ,

regt aber an, dass

“… Überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen als Ergänzung,
nicht aber als Ersatz oder ´Konkurrenz´ zur betrieblichen Lehrausbildung fungiert.
Ansonsten bestünde die Gefahr ernsthafter ´Systemstörungen´
[vgl. Brus, 2010, 106f)].


 Daraus wurde folgende Fragestellung abgeleitet:
 “Wie sehen Sie (als Vertreter der … Wirtschaft, Schule, Sozialpartnerschaft, …)
    – die Zukunft der echten Lehrlinge in echten Lehrbetrieben,
    – die Zukunft der ´unechten´ Lehrlinge in Überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen?”


3.  Die aktuelle 16. Shell-Jugendstudie ist vor 6 Tagen, am 14.09.2010, erschienen:

– Die Bedeutung der Familie ist für Jugendliche – gegenüber der 15. Jugendstudie aus 2006 –
ein weiteres Mal angestiegen

⇒ mehr als drei Viertel der Jugendlichen (76 Prozent) stellen für sich fest,
dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich leben zu können.

– Bildung bleibt für die Jugendlichen weiterhin der Schlüssel zum Erfolg:

⇒ 71 Prozent der Jugendlichen sind überzeugt,
sich ihre beruflichen Wünsche erfüllen zu können.

Bei Jugendlichen aus sozial schwierigen Verhältnissen sind es hingegen nur 41 Prozent. 

“Meiner Meinung nach ist es total wichtig, die Lehrlinge
– durch die Familie,
– durch die Schule und
– durch die Wirtschaft zu fördern!!!

Frage:
“Welche Möglichkeiten sehen Sie persönlich bzw. aus Ihrer Profession heraus,
  Lehrlinge zu fördern?”


Die Veranstaltung klingt im Foyer bei Erfrischungen, Snacks und erfrischenden Gesprächen aus.


Ich danke allen Schülerinnen, Lehrerinnen, Eltern, Teilnehmern aus Politik und Gesellschaft,
für Ihr großes Interesse an der “Zukunft der Lehrlinge”.

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