Bildung in Finnland

Die Lehrer nehmen alle mit, jedes Kind ist wichtig.


Mikael Agricola

„Oma kieli, oma mieli“ „eigene Sprache, eigenes Sein“ [ Zitat aus dem Vorwort seines 1544 geschriebenen Gebetbuchs ]

Mikael Agricola (* 1509 + 1557), finnischer Theologe und Reformator, er gilt als Vater der finnischen Literatursprache

Quelle

Bibliotheken sind das Wohnzimmer der Demokratie.

Tanja Saarela, Ministerin für Kultur und Jugend, 2003 – 2007, Finnland

Markku Suortamo

Roots in the past, view in the future, feet on the ground, eyes on the horizon.

Markku Suortamo, Schulleiter Puistokoulu, Finnland

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Quodlibet 4 + 5

Finnische-Flagge: Das Blaue des Kreuzes steht für die finnischen Seen, die weiße Grundfläche für den Schnee, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Finnlands

Die Lehrer nehmen alle mit, jedes Kind ist wichtig

 

Inklusion – Mehr an Wertschätzung, Vertrauen, Verantwortung und Zusammenarbeit

Finnland in der Europäischen Union, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Finland_in_European_Union.svg

 

 

Jyväskylä / Finnland, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Finnland



























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Inklusion vs. Exklusion,  Quelle: commons.wikimedia.org/wiki/File:Stufen_Schulischer_Integration.svg



















Erziehungspartnerschaften, Übersetzung und Kommentare: Petra Linderoos, Quelle: www.tarnkil.com



































 

[1] [2] Ich besuchte auf meiner Studienreise[3] nach Jyväskylä in Finnland ein Kindertagesheim und einige Schulklassen von der Unterstufe bis zur Oberstufe.

Die finnische[4] Gemeinschaftsschule[5] zu verstehen, ist mir vorerst nicht leicht gefallen, obwohl ich diese und deutsche Äquivalente[6] im Vorfeld studiert habe. Meine Zielsetzung war es, Unterschiede zum österreichischen Unterricht(en) herauszufinden.

Ich habe festgestellt, dass, wenn es um fachliche Kompetenzen geht, finnische LehrerInnen ähnlich bis gleich und Ähnliches bis Gleiches unterrichten, wie es auch österreichische LehrerInnen sehr gut können. Bezogen auf Lehrinhalte kann ich mit subjektiver Überzeugung behaupten, dass finnische LehrerInnen eher den sogenannten “Mut zur Lücke” aufbringen und dass die fachliche Kompetenz keinesfalls den Unterschied ausmacht.

Ziehe ich Studien von Professor John Hattie[7] und Aussagen von Dr. Pasi Sahlberg[8] heran, überrascht es nicht, dass fachliche Kompetenz unerheblich ist – weil sie vorausgesetzt wird – und finnische Universitäten alles daran setzen, die Besten der Besten auf Master-Level an die Schulen zu bringen![9] Am Beispiel der finnischen Gemeinschaftsschule wird mir bewusst, dass didaktische und pädagogische Kompetenzen, die geachtete Haltung der Lehrenden, abgebildet auch in “Human mindframes”[10], entscheidendes zum Erfolg der SchülerInnen beitragen.

Vergleiche ich didaktische Fähigkeiten im Unterricht, kommen bereits kleine Unterschiede zum Vorschein.  Jeder möge die Feinheiten in folgender Schilderung selbst herausfinden … !?

[11] Frontalunterricht, Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, …, in Mathematik wechseln einander ab, gemeinsam wird die Lösung von mehreren SchülerInnen an der Tafel erarbeitet, stimmt sie schlussendlich, freuen sich alle SchülerInnen und die Lehrerin, es wird geklatscht, die Lehrerin lobt ihre Klasse; bei einer Einzelarbeit vergleichen die SchülerInnen die Lösung in einem Buch, das von der Lehrerin abseits auf einem Tisch platziert wurde, die SchülerInnen vergleichen ihre Arbeit mit den Lösungen, setzen sich, wenn die Lösung nicht entspricht, und wiederholen selbständig die ihnen gestellte Arbeit, bis sie passt, die Lehrerin “wandert” von SchülerIn zu SchülerIn, ermutigt, lobt, setzt sich schließlich zu einer Schülerin, die sich nicht auskennt, erklärt laut die Rechnung, bis die Schülerin sich auskennt, die restlichen SchülerInnen rechnen weiter oder hören den Erklärungen zu, um (vielleicht) selbst davon zu profitieren; fast unbemerkt geht eine bis jetzt unbeachtet gebliebene Türe auf, ein Mädchen kommt in die Klasse, ein Mädchen steht auf und geht in das Nebenzimmer, das eben gekommene fragt beim Nachbarn nach, die Lehrerin gibt ihr ein Arbeitsblatt, das Mädchen beginnt eigenständig zu rechnen …


Die subtilste, zugleich augenscheinlichste Besonderheit weist die
Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden in der pädagogischen Ausprägung auf.

Für jedes Kind ist immer mindestens eine Bezugs-Person präsent,

– entweder (zumindest ! ) eine LehrerIn pro Klasse/Gruppe, oder wie in voriger Schilderung

– eine Oma (Großmutter) in einem “Lese-Übungs-Projekt”,
wie mir die Lehrerin auf Nachfrage in der Pause mitteilt,
um die Lesekompetenz der SchülerInnen zu fördern,
(im speziellen Fall dieser einen Schülerin erweiterte sich der Wortschatz nach
8 Wochen, das waren 8 x 20 Minuten, von 27 Wörter auf 70 Wörter),

– oder ein Vertreter des OHR-Teams[12], einer fix etablierten “student welfare group”:
– Schulgesundheitspfleger,
– Schulsozialarbeiter,
– Sonderpädagoge,
– (Schul-)Psychologe,
– special-education-teacher,
– OPO[13] ab der 7. Klasse,
– …[14]


“Die Lehrer nehmen alle mit, jedes Kind ist wichtig ! [15]

Zur Umsetzung treffen monatlich 2 bis 4 Mal SchuleiterIn und die Spezialisten des OHR‑Teams zu einem multiprofessionellen Meeting zusammen, mit dem Ziel, Maßnahmen zu treffen, um einzelne Schüler so zu fördern, damit diese den Anschluss nicht (nie) verlieren.

Die Vorgehensweise für betroffene SchülerInnen wird zusätzlich im Online-Dokumentations-Tool WILMA festgehalten, das standardisiert Eintragungen zu Noten, Abwesenheiten, Kontaktpersonen, …, enthält. Auf WILMA kann entsprechend der Benutzer-Berechtigungen schulweit sowohl von Schülern, Eltern, LehrerInnen, SchulleiterInnen, in Berufsschulen auch von Betrieben zugegriffen werden, und Schulrelevantes, wie An-/Abwesenheiten, Klassenstundenpläne, Beurteilungen, Lehrerstundenpläne, Unfallmeldungen, Fördermaßnahmen, …, abgerufen werden, des Weiteren auch Nachrichten zwischen SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, Betrieben, …, ausgetauscht werden, und vieles mehr … [16]

“Das OHR Team entlastet das LehrerInnen-Kollegium enorm. Keine mühsamen Telefonate mit Eltern, keine ausufernden, sich wiederholende Gespräche mit Kolleginnen und Schulleitung. Dafür steht ein qualifiziertes Team bereit. Ohne jegliche Konkurrenz zu den Lehrpersonen, einzig zum Wohle der Heranwachsenden … “[17] … und der Lehrenden, denen der Rücken frei gehalten wird – fürs Unterrichten.

 

Quodlibet:   Inklusion   versus   Exklusion, Seperation, Segregation und Integration[18]

“Besondere Beachtung finde dabei die Förderung leistungsschwacher Schüler im Klassenverband oder in kleinen Lerngruppen … “, nach Ansicht von Kirsti Koski, der Schulleiterin einer Normalschule[19], “einer der Gründe, warum finnische SchülerInnen bei PISA sehr gut abschneiden … durch aktive Vermeidung von sogenannten ´low‑potentials´, jenen 5% der vormals schlechtesten finnischen SchülerInnen, die nunmehr – im Vergleich zu SchülerInnen anderer Länder – mindestens durchschnittliche Leistungen erbringen !”

Exklusion bedeutet den nachhaltigen Ausschluss einzelner sozialer Akteure/Gruppierungen aus der “eigentlichen” Gesellschaft, und somit eine herabsetzende Stigmatisierung von Personen(gruppen) im Sinnes eines Außenseiters bzw. einer Randgruppe.[20]

Seperation beschreibt die (geplante) Herstellung einer größtmöglichen Homogenität unter Persönlichkeiten in Schulklassen …[21]

Bei der Segregation wird einer Gruppe, die sich stark von anderen unterscheidet, ein besonders scharf abgegrenzter Raum zugeordnet, wobei es bei zu deutlicher Trennung nach Merkmalsgruppen, dem Maß der Polarisierung, zur Gefahr der Herausbildung konfliktreicher Teilgesellschaften im Sinne von Parallelgesellschaften kommen kann.[22]

Integration, als Begriff der Soziologie, bedeutet das Einbeziehen von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen bisher ausgeschlossen (exkludiert) waren. Die integrative Pädagogik versteht darunter bis dato den gemeinsamen Unterricht von Menschen mit als auch ohne besondere Bedürfnisse (Behinderungen).[23]

Inklusion bedeutet das Zusammensein und gegenseitige Akzeptieren aller Menschen. Das Hereinholen in eine Gruppe ist nicht notwendig, da von Beginn an alle mit eingeschlossen sind und niemand ausgegrenzt wird. Die Heterogenität, die die Normalität in unserer Gesellschaft darstellt, bekommt höchste Wertschätzung.
Inklusive Schulen passen sich den Bedürfnissen der Kinder an.[24]


Anders als das österreichische Bildungssystem, das gerade versucht, Segregation bzw. Seperation (two-track approach) in Richtung Integration (multi-track approach) zu überwinden, hat das finnische Bildungssystem ab 1972 die Weichen in Richtung Gemeinschaftsschule und Inklusion (one-track approach) gestellt.[25]

Das finnische Bildungssystem sieht vor allem frühzeitige, generelle und intensivierte Fördermaßnahmen (Stufen 1 und 2) entsprechend des nationalen Rahmenplans im “inklusiven” Klassenverbund an der Gemeinschaftsschule vor. Erst wenn ein HOIKS, ein Beschluss über sonderpädagogische Förderung (Stufe 3)[26], vor allem bei schwersten Behinderungen, vorliegt, wird nach umfangreicher Evaluation(!), SPF[27] in der Diktion des österreichischen Bildungssystems  für ein Kind in Erwägung gezogen.

Finnland hat den Nutzen für seine Kinder und damit seine Gesellschaft erkannt und weitgehend das umgesetzt, was der Nationale Bildungsbericht Österreich (NBB) 2009[28] als das Konzept der Inklusion für eine optimierte und qualitativ erweiterte Integration beschreibt:

–  quantitativ:
alle Kinder, nicht nur integrierbare Kinder sollen allgemeine Schulen besuchen

qualitativ:
alle Kinder, ob mit oder ohne SPF (Hervorhebung durch den Autor), deutschsprachig oder anderssprachig, männlich oder weiblich, … sollen in ihrer Individualität und als prinzipiell zuwendungs- und förderbedürftig gesehen werden.


Als Conclusio
zu Entwicklungsoptionen und bildungspolitische Steuerungsmöglichkeiten bietet der NBB 2009 einerseits an, Parallelsysteme beizubehalten[29], andererseits, Inklusion als Leitgedanke (sonder)pädagogischer Erziehung, Bildung und Unterrichtung zu definieren und so das Ziel des Abbaus von Bildungsbarrieren bei Erhöhung von Chancengerechtigkeit zu erreichen.[30], denn: „In einer ‚Schule für alle‘ vom 6. bis zum 15. Lebensjahr sind tatsächlich alle in- und ausländischen Kinder aller Begabungen, mit und ohne Behinderung auf ein gemeinsames Leben in Pluralität und kultureller Vielfalt vorzubereiten.” [31]

 

Quodlibet:    Wertschätzung, Vertrauen, Verantwortung und Zusammenarbeit[32]

Markku Suortamo, Schulleiter der Puistokoulo[33], einer Schule, an der die Zusammenarbeit eines Kindergartens mit einer Volksschule pilotiert wird, subsummiert 4 Punkte unter:

– leadership: “leading a school means leading the people inside”:

– esteem ≡ Wertschätzung, Achtung: “to respect each other, to respect staff,
to respect independency for teachers”

– trust ≡ Vertrauen: “teachers do their job, they have freedom to do”
“each teacher practises her/his own way, but it’s a good way”

– responsibility ≡ Verantwortung: “to take care of every individual”

– cooperation ≡ Zusammenarbeit: “between me and my teachers, between teachers,
between teachers and pupils, between teachers and parents, between …”

 

Meine Erkenntnis zusammenfassend, kann ich folgendes berichten:[34]

– finnische LehrerInnen arbeiten fachlich nicht anders als wir, sie kochen auch nur mit Wasser

– das finnische Bildungssystem schließt niemanden aus (Exklusion),

– es “sieht Inklusion eher als Haltungsfrage und Prozess denn als erreichten Zustand”,

– betont die besondere Wertschätzung jedes Einzelnen,

– auch im Sinne von Gleichwertigkeit, “alle Kinder sind gleich viel wert”

– akzentuiert Achtung, Vertrauen, Verantwortung und Zusammenarbeit,

– wie Schulleiter Markku Suortamo es beschrieben hat,
  als Leadership seinen LehrerInnen gegenüber,
  die ihrerseits Leadership ihren SchülerInnen weitergeben, …,

» somit kommen alle Kinder in den Genuss   to share characteristics”[35] in Finnland … «


[ Quodlibet Nr.  4 + 5, im April 2014 ]

 


[1] Suomen koulutusjärjestelmä – Das finnische Bildungssystem – The education system in Finland
engl. education = Bildung, Ausbildung, Erziehung, Unterricht, Schulung, …,
http://www.dict.cc/englisch-deutsch/education.html, 07.04.2014

[3]  Finnland-Studienreise für PädagogInnen, 10.3.-15.3.2014, Jyväskylä, PH Kärnten: Dr. Michael Gutownig,
Koordination: Dr. phil. Hans Joss (CH), Petra Linderoos (FIN), Reinhard Sellner (A)

[4] Überblick zum finnischen Bildungssystem und PISA (Programme for International Student Assessment), http://www.finnland.at/public/default.aspx?nodeid=39062&contentlan=33&culture=de-DE, 08.04.2014

[5] Unter einer Gemeinschaftsschule wird nach moderner Lesart ein eher struktureller Zusammenschluss von Schulen verstanden, in dem Kinder und Jugendliche vom 1. bis zum 09./10. Schuljahr gemeinsam unterrichtet werden. Sie ist eine Variante der Gesamtschule und Einheitsschule mit innerer Differenzierung als Alternative zu einem mehrgliedrigen Schulsystem mit äußerer Differenzierung nach Klasse 4 oder 6, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaftsschule, 08.04.2014,

[6] Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ), http://www.ev-schule-zentrum.de,
vgl. Magret Rasfeld, Peter Spiegel (2012), EduAction – Wir machen Schule, Murmann, Hamburg,
vgl. Alma de Zárate, Jamila Tressel, Lara-Luna Ehrenschneider (in Zusammenarbeit mit Uli Hauser, 2014),
Wie wir Schule machen – Lernen, wie es uns gefällt, Knaus, München

[7] Hattie, John (2012): Visible learning for teachers: maximising impact on learning. Abingdon: Routledge

[8] Finnish education guru Pasi Sahlberg in Conversation with John Hattie (September 2012), 09.04.2014
https://theconversation.com/finnish-education-guru-pasi-sahlberg-in-conversation-full-transcript-9836,
siehe auch http://pasisahlberg.com/

[10] vgl. die Ausführungen in meinem Quodlibet 1 – Haltung, http://guenterbrus.at/quodlibet-1-haltung/

[11] http://www.peda.net/veraja/jyvaskyla/puistokoulu, Besuch am 12.03.2014, Abfrage am 15.04.2014

[12] fin. oppilashultoryhmä = OHR (-Team)

[13] fin. Oppilaanohjaus = Bildungs-und Berufsberatung, OPO = SchullaufbahnberaterIn

[14] bei Bedarf wird das OHR-Team erweitert: Klassenvorstand, LehrerInnen, Eltern, externe Kooperationspartner

[15] 3 Grundsätze/Prinzipien der finnischen Bildung werden an jeder besuchten Schule wie ein Mantra wiederholt:
“Kein Kind darf beschämt werden – kein Kind darf zurückgelassen werden – alle Kinder sind gleich viel wert!”
Mantra = “heilige Verse” einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll, http://de.wikipedia.org/wiki/Mantra, 07.04.2014

[16] Demoversion: https://wilmademo.starsoft.fi/ erstellt durch www.starsoft.fi, 10.04.2014

[19] Besuch der Normalschule Jyväskylä (Übungsschule der Universität Jyväskylä) am 14.03.2014:
Es ist die Aufgabe der Normalschule, den Grund- und Gymnasialunterricht, sowie die Referendarsausbildung, die Entwicklungs-, Experiment- und Forschungsaktivitäten und die Lehrerfortbildung zu organisieren. https://www.norssi.jyu.fi/info/normalschule-jyvaskyla-ubungsschule-der-universitat-jyvaskyla, 14.04.2014

[24] lat. includere = einbeziehen, siehe dazu die Definition von Inklusion, kreiert  von vier Studentinnen der Pädagogischen Hochschule in Niederösterreich im Zusammenhang mit einer Exkursion nach Berlin, “wo wir uns zu diesem Thema einige Schulen ansahen”: Fröhlich Denise, Heissenberger Julia, Rosenbichler Helga, Tiefenbacher Petra (2009), http://www.definitiv-inklusiv.org/show.php, 12.04.2014

[25] vgl. Specht, Werner (Hrsg., 2009:73): Nationaler Bildungsbericht Österreich 2009, Band 2, Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen, Leykam, Graz,
https://www.bifie.at/material/nationale-bildungsberichterstattung/nationaler-bildungsbericht-2009/, 28.09.2017
[alt: https://www.bifie.at/buch/1024/4, 14.04.2014]

[26] Überblick über finnische Schulen im Jahr 2012 (in Klammer: Anzahl der Schulen im Jahr 2004):

 2644 Gemeinschaftsschulen  520.000 SchülerInnen  (~ 3700 ↓)
   381 gymnasiale Oberstufe  118.000 SchülerInnen  (~   470 ↓)
    41 Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe    26.000 SchülerInnen  (        0 ­ ↑)
  110 Sonderschulen      5.600 SchülerInnen  (~   362 ↓ im Jahr 1990)

https://www.tilastokeskus.fi/til/kjarj/2012/kjarj_2012_2013-02-19_fi.pdf, 15.04.2014

[27] SPF = sonderpädagogischer Förderbedarf

[28] vgl. Specht, Werner (Hrsg., 2009:74): Nationaler Bildungsbericht Österreich 2009, Band 2

[29] vgl. ebd (2009:94)

[30] vgl. ebd (2009:95)

[31] ebd (2009:97)

[33] http://www.peda.net/veraja/jyvaskyla/puistokoulu, Besuch am 12.03.2014, Abfrage am 15.04.2014

[34] “Was lasse ich hier, was nehme ich mit?”,  http://www.hansjoss.ch/finnl_maerz14/M2U00404.MPG

[35] engl. characteristics = Besonderheiten, Eigenschaften, …ð to share characteristics = Gemeinsamkeiten haben

Bildernachweise:
Exklusion, Seperation, Integration, Inklusion
commons.wikimedia.org/wiki/File:Stufen_Schulischer_Integration.svg, licensed: CC0, 14.04.2014

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    Inklusion - Mehr an Wertschätzung, Vertrauen, Verantwortung und Zusammenarbeit Die Lehrer nehmen alle mit, jedes Kind ist wichtig !
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1 Kommentar

  •    Reply
    Reinhart Sellner 02.05.2014 at 10:07

    Lieber Günter,
    Danke für dein Quodlibet + als eine Art Ergänzung meine Notizen nach unserer gemeinsamen Finnlandwoche, die ich für den Kreidekreis der öliUG geschrieben habe.
    Glück auf, liebe Grüße
    Reinhart

    Zum finnischen Verständnis von Bildung und Schule – zum LehrerInnenbild in Finnland und Österreich

    Die einzelne Lehrerin, der einzelne Lehrer ist nicht so wichtig,
    weil Schule ein System von Zusammenarbeit ist, in dem gut ausgebildete LehrerInnen, SchulleiterIn, SonderpädagogIn, Gesundheitsschwester, PsychologIn, Sozialarbeiter und ab der Mittelstufe OPO=Schulbahn-Lernbegleiter institutionalisiert zusammenarbeiten – für die SchülerInnen und (ab Sekundarstufe 2) StudentInnen. Diese „Student´s Welfare group“ (und das finnische Bildungssystem) arbeiten lösungsorientiert, das Kind, die Schülerin oder der Schuler steht im Mittelpunkt.

    Es werden keine “Schuldigen” gesucht, sondern Lösungen:
    we want to solve the problem
    Arbeitweise: (1) we discuss the problem from various aspects, multiprofessional – (2) we make a decision – (3) we organize and do – (4) we evaluate the results oft the process – und im Bedarfsfall noch einmal (1) …

    Die LehrerInnen nehmen sich selber nicht so wichtig,
    sondern ihre Arbeit – und das ent-lastet. LehrerInnen verstehen sich nicht als für alles verantwortlich gemachte EinzelkämpferInnen und werden auch nicht für alle auftretenden Probleme alleinverantwortlich gemacht. Nicht beste oder beliebteste LehrerInnen, sondern kompetente Teamarbeiterinnen sind gefragt, die mit anderen LehrerInnen und SonderpädagogInnen, mit Schulleitung, Schulgesundheitspflegerin, SozialarbeiterIn und SchulpsychologIn zusammenarbeiten. Selbstüberforderung bis zum Burnout sind in Finnland weitgehend unbekannt, denn es geht um eine möglichst gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen.

    Kein Kind darf zurückgelassen werden.
    kein Kind darf beschämt werden.
    Alle Kinder sind gleich viel wert.

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