Schulsuppe im Waldschulhaus
Peter Rosegger´s und Toni Schruf´s
Gedanken mögen Hinweise geben, welche Überlegungen für sie ausschlaggebend waren,
eine Schule zu gründen und die ihnen anvertrauten Schulkinder bestmöglichst zu betreuen:
Toni Schruf - Die Biographie, sein Leben - sein Werk - sein Mürzzuschlag
Buhl, Thorsten, Preitler, Franz (2009), Steirische Verlagsgesellschaft in der Leykam Buchverlagsgesellschaft, Graz
Im September 1901 richtete Rosegger einen Brief an die Rosegger-Gesellschaft in Mürzzuschlag und bat darin um deren Mithilfe. Er hate seinen Waldbauern in Alpl versprochen, ihnen ein Schulhaus bauen zu lassen. Die 23 dort ansässigen schulpflichtigen Kinder waren stundenlang von jeder Schule entfernt und konnten im Winter, wen überhaupt, nur unter Lebensgefahr eine Schule besuchen.
Der Brief enthielt folgende Zeilen:
"So wende ich mich an die Rosegger-Gesellschaft, die sich treu zur Aufgabe gestellt hat, nach meinen Absichten zum geistigen sowie sittlichen Gedeihen unseres heimatlichen Volkes mitzuarbeiten.
Ich glaube, dass diese Gesellschaft sich vorläufig keine schönere und edlere Aufgabe stellen kann, als die,
zum Bau eines Schulhauses in Alpl mitzuwirken. Mir liegt dieser Bau sehr am Herzen. [...]
Helft mir, dass die armen Waldbauern- und Holzknechtkinder in dem weltentlegenen Alpl oben eine gute Schule bekommen."
Diese Bitte kam dem Obmann Toni Schruf geradezu gelegen, um dem dichter den Sinn und die Aufgabe der Gesellschaft beweisen zu können. Die Rosegger-Gesellschaft hatte zur Erfüllung des Herzenswunsches des Dichters sofort alles in Bewegung gesetzt, was dem Vorhaben förderlich war. ...
Am 5. Mai 1902 fand bereits die Grundsteinlegung für das Schulhaus statt ...
Am 28. September 1902 wurde die Einweihung des Waldschulhauses feierlich vorgenommen.
Die Waldheimat-Gesellschaft (als Nachfolger der Rosegger-Gesellschaft, Anm.) sah die Kinder der Waldschule in Alpl fortwährend als ihre Schützlinge an, denen sie stete Fürsorge zuteil werden ließ. ...
Alle Schulkinder bekamen Bücher, Schuhe, Kleidung und Wäsche sowie Obst.
Zu der Weihnachtsfeier mit Krippenspiel und Weihnachtslieder waren die Eltern eingeladen.
Franz Goldhahn (Mitglied der Vereinsleitung, Anm.) regte zusätzlich die Einrichtung eines bleibenden Fonds für eine Suppenanstalt in den Schulen Alpl und St. Kathrein am Hauenstein an. ...
[Um ausreichend Geld für die Geschenke (zu Weihnachten, Anm.) sowie für eine warme Suppe in den Schulen in den Wintermonaten zu sammeln, veranstaltete Toni Schruf aus eigenem Antrieb Rosegger-Lesungen. ...]
[zitiert nach Buhl, Preitler, 2009:123ff, Toni Schruf - Die Biographie]